Workshops und Präsentationen, BarCamp und Bootsfahrt, Mitgliederversammlung und Wahl eines neuen Vorstands: das vierte Bundesvernetzungstreffen der RLCs in Deutschland vom 6. bis 9. September 2018 in Weingarten hielt ein buntes Programm bereit. Dr. Konstanze Jüngling (Akademie der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart) und Simon Herker (Refugee Law Clinics Deutschland e.V.) führten die mehr als 40 Teilnehmenden durch drei volle Tage. Am Ende standen viele neue Ideen und Projekte, die im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Dachverband umgesetzt werden sollen. Den Auftakt machte ein Rückblick durch den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Maximilian Oehl auf das vergangene Jahr – dem ersten, in dem die Arbeit des Dachverbandes nicht mehr rein ehrenamtlich geleistet wurde.

Der Freitagvormittag war dann fachlichen Inputs gewidmet. Mit Elène Misbach vom Medibüro Berlin wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Arbeit von Medibüros und Law Clinics diskutiert. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen Antworten auf die Frage „Wie wirkt und wird eine RLC nachhaltig?“ – angeleitet von Ulrich Stege, Direktor der Clinical Legal Education am International University College Turin und Mitglied im Dachverbands-Beirat.

Das erste BarCamp bei einem Bundesvernetzungstreffen war ein durchschlagender Erfolg. Es haben sich neue Arbeitsgruppen gebildet, die im kommenden Jahr bundesweit und gemeinsam mit dem Dachverband an Themen wie „Datenschutz“, „politisches Selbstverständnis“ oder „Aktenverwaltung und Kommunikation“ arbeiten wollen. Für uns als Dachverband waren die Ergebnisse des BarCamps auch Ansporn und Auftrag zugleich, die aufgekommenen Themen in Zukunft noch stärker zu berücksichtigen als bislang.

Der Samstag war der Mitgliederversammlung gewidmet, die vor allem einen großen Wechsel im Vorstand brachte: nicht nur der Gründungsvorsitzende Maximilian Oehl, sondern mit ihm auch sechs weitere Vorstandsmitglieder verabschiedeten sich aus der aktiven Arbeit für den Dachverband. An dieser Stelle allen ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit für unseren Verein und die immer größer werdende RLC-Community!

Im kommenden Jahr wird der Dachverband durch unseren neu gewählten Vorstand unter Führung von zukünftig zwei Co-Vorsitzenden vertreten, Jan Haas von der Refugee Law Clinic Siegen (Vernetzung) und Katrin Sass von der Refugee Law Clinic Hannover (Strukturelle Unterstützung). Neuer Schatzmeister ist David Schenk von der Refugee Law Clinic Kiel. Simon Herker von der Refugee Law Clinic Jena übernimmt die fachliche Unterstützung und Antonja Keshmiri von der Refugee Law Clinic Freiburg ist in Zukunft für Veranstaltungen zuständig. Bianca Sukrow von der Law Clinic der Bucerius Law School widmet sich den Themen „Organisationsentwicklung und Kommunikation“ und Christoph König von der Refugee Law Clinic Berlin bleibt weiterhin dem Ressort „Geschäftsstelle“ treu. Die Betreuung unserer Mitgliedsorganisationen wird in Zukunft von Siva Thangarajah verantwortet.

Die Nähe zum Bodensee nutzten wir am Samstagnachmittag für einen Ausflug nach Überlingen. Prof. Wolfgang Armbruster, Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Sigmaringen a.D. und Mitglied im Dachverbands-Beirat, hielt während der Fahrt über den Bodensee einen anregenden und kurzweiligen Impulsvortrag zur Verortung von RLCs in Studium und Migrationsrecht. Auf diesem stellte er auch die Zwischenergebnisse seiner kleinen Vergleichsstudie über die Ausbildungsprogramme von deutschen Refugee Law Clinics vor.

Bevor sich alle wieder auf die Heimreise machten, gab es am Sonntag eine ausführliche Feedbackrunde, in der auch die Themenwünsche für das kommende Jahr gesammelt wurden.

Wir vom Dachverband haben aus dem Treffen unglaublich viel Motivation für unsere Arbeit gezogen und freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung der vielen spannenden Projektideen – und auf ein neues Jahr in einem Netzwerk so vieler engagierter und begeisterter RLC-Aktiver!

Wir wussten auch in diesem Jahr erneut die Zusammenarbeit mit der Akademie der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart sehr zu schätzen. Unser Dank gebührt ihr dafür ebenso wie der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung für die finanzielle Unterstützung des Treffens.