Dublin-Projekt

Ein europäisches Netzwerk zur Unterstützung im Dublin-Fall

Among the many challenges of navigating through the migration law landscape, few are as strenuous to asylum seekers as the legal ramifications of the Dublin Regulation. This specific asylum law requires refugees to register via fingerprint upon arrival in the respective EU-country, which henceforth becomes in most cases the country primarily responsible for processing the refugees’ application for asylum. At its core, the Dublin Regulation is meant to prevent the EU member states from passing on responsibilities for the arriving refugees to each other and clearly define the country in charge of processing the application. Consequently, the accord heavily restricts asylum seekers’ mobility and prevents them from applying for asylum in more than one EU-country.

This regulation significantly impacts the work of legal aid providers. Our Refugee Law Clinics strive to take the refugees’ interests into consideration and help them navigate the legal maze. Our goal is to educate our clients on all the available legal options and provide assistance with the complex structures of German bureaucracy. Nonetheless, there are currently cases beyond our reach of support. In particular, once the asylum seekers have been repatriated to the countries in charge of the asylum process (e.g. Italy or Greece), we have no means of providing any additional legal service, nor do we have a network at hand to refer them to other local organisations for continued legal aid.

After having built a reliable network for refugee law support in Germany, we consider it to be a crucial next step in our mission to break down barriers in migration aid across Europe and provide free counsel to those seeking refuge within our borders. 

To enable our counsellors to present the clients with possible contact points for legal advice at the destination of repatriation, our idea is to build a Europe-wide network of organisations able and willing to provide free legal support to migrants/refugees (such as Law Clinics and other comparable NGOs). These networks can be used to facilitate the transfer of clients across European countries and prepare them for the next steps in the process. With the client’s consent, the legal aid agencies can share information about the clients directly and initiate contact between the client and other partners within the network. This simplifies the process for both the legal aid organisations and the clients.

Our long-term goal is to establish a budget friendly solution that allows for a pan-European exchange of current legal regulations and practices linked to the European asylum system (in particular the Dublin Regulation) and creates a framework for assisting of refugees.

Unter den vielen Herausforderungen, die die migrationsrechtliche Landschaft mit sich bringt, sind nur wenige für Asylsuchende so belastend wie die rechtlichen Auswirkungen der Dublin-Verordnung. Dieses spezielle Gesetz schreibt vor, dass sich Flüchtlende bei ihrer Ankunft in dem jeweiligen EU-Land per Fingerabdruck registrieren lassen müssen, das fortan in den meisten Fällen für die Bearbeitung des Asylantrags zuständig ist. Im Kern soll die Dublin-Verordnung verhindern, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten gegenseitig die Verantwortung für die ankommenden Flüchtlinge zuschieben und eindeutig festlegen, welches Land für die Bearbeitung des Antrags zuständig ist. Folglich schränkt das Abkommen die Mobilität von Asylbewerbern stark ein und hindert sie daran, in mehr als einem EU-Land Asyl zu beantragen.

 Diese Regelung hat erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der Rechtshilfeanbieter. Unsere Refugee Law Clinics sind bestrebt, die Interessen der Flüchtenden zu berücksichtigen und ihnen dabei zu helfen, sich im rechtlichen Labyrinth zurechtzufinden. Unser Ziel ist es, unsere Klient*innen über alle rechtlichen Möglichkeiten aufzuklären und ihnen in den komplexen Strukturen der deutschen Bürokratie zu helfen. Dennoch gibt es derzeit Fälle, bei denen wir nicht helfen können. Insbesondere nach der Rückführung der Asylbewerber*innen in die für das Asylverfahren zuständigen Länder (z.B. Italien oder Griechenland) haben wir weder die Möglichkeit, weitere Rechtsberatung zu leisten, noch verfügen wir über ein Netzwerk, um sie an andere lokale Organisationen für weitere Rechtshilfe zu verweisen.

Nachdem wir ein verlässliches Netzwerk für die rechtliche Unterstützung von Flüchtlenden in Deutschland aufgebaut haben, betrachten wir es als einen entscheidenden nächsten Schritt in unserer Mission, Barrieren in der Migrationshilfe in ganz Europa abzubauen und denjenigen, die innerhalb unserer Grenzen Zuflucht suchen, kostenlose Beratung zu bieten. 

Um unsere Berater*innen in die Lage zu versetzen, den Klient*innen mögliche Anlaufstellen für eine Rechtsberatung am Zielort der Rückführung zu präsentieren, besteht unsere Idee darin, ein europaweites Netzwerk von Organisationen aufzubauen, die in der Lage und bereit sind, Migranten/Flüchtlingen unentgeltliche Rechtshilfe zu leisten (wie z.B. Law Clinics und andere vergleichbare NGOs). Diese Netzwerke können genutzt werden, um die Überstellung von Klient*innen in andere europäische Länder zu erleichtern und sie auf die nächsten Schritte des Prozesses vorzubereiten. Mit dem Einverständnis der Klient*innen können die Rechtshilfeagenturen Informationen über diese direkt weitergeben und den Kontakt zwischen den Klient*innen und anderen Partner*innen innerhalb des Netzwerks herstellen. Dies vereinfacht das Verfahren sowohl für die Rechtshilfeorganisationen als auch für die Klient*innen.

Unser langfristiges Ziel ist es, eine kostengünstige Lösung zu schaffen, die einen europaweiten Austausch der aktuellen rechtlichen Regelungen und Praktiken im Zusammenhang mit dem europäischen Asylsystem (insbesondere der Dublin-Verordnung) ermöglicht und einen Rahmen für die Unterstützung von Flüchtenden schafft.

Kontakt:

Refugee Law Clinics Deutschland e.V.
info@rlc-deutschland.de

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