Die Idee

Die Idee der „Law Clinics“ kommt aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum. An vielen Universitäten in den USA, aber mittlerweile auch in Europa, betätigen sich Law Clinics mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, oft um ein Angebot speziell für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Studierende profitieren dabei davon, dass sie schon während des Studiums Kenntnisse in einem Spezialgebiet erwerben. Ein internes Ausbildungsprogramm vermittelt die nötigen Kenntnisse im Flüchtlings- und Ausländerrecht, ein Rechtsgebiet, das in der aktuellen universitären Ausbildung noch einen Nischenplatz besetzt. Fortgeschrittene Mitglieder der Refugee Law Clinic wenden die erworbenen Kenntnisse praktisch an, z.B. im Rahmen von Sprechstunden oder bei der Betreuung eines Mandats unter der Anleitung durch Volljurist*innen.

Die Mandant*innen erhalten durch dieses Angebot eine enge, persönliche Betreuung. Häufig sind Refugee Law Clinics eine erste Anlaufstelle für diejenigen, die sich eine anwaltliche Beratung nicht leisten können. Allerdings können und wollen Refugee Law Clinics keinesfalls einen Ersatz für eine anwaltliche Tätigkeit darstellen. Das Angebot von Refugee Law Clinics erstreckt sich vor allem auf Begleitungen zu Behörden, die Vorbereitung auf die Anhörung, das Durchführen von Länderrecherchen, oder das Weitervermittlung von Mandant*innen an andere geeignete Beratungsstellen.

Die Entstehung des Bundesverbandes

In ganz Deutschland gibt es aktuell ca. 30 Refugee Law Clinics, die sich zurzeit in unterschiedlichen Planungs- und Schaffensphasen befinden. In den letzten Jahren wird verstärkt auf eine umfassende Vernetzung der verschiedenen Standorte hingearbeitet, um einen städteübergreifenden Austausch von Erfahrungswerten, Wissen und Ressourcen zu ermöglichen.

Sommer 2014

Unter der Leitung der Refugee Law Clinic Cologne findet in Köln eine erste Orientierungskonferenz statt.

November 2014

Auf der Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht werden die Pläne für ein „RLC-Netzwerk“ konkret.

März 2015

Auf einem ersten Netzwerktreffen  in Köln werden gemeinsame Interessen formuliert.

August 2015

Mit Unterstützung des Netzwerks Migrationsrecht werden die Pläne weiter ausdifferenziert.

September 2016

Nach langjähriger Vernetzung folgt die Gründung der Refugee Law Clinics Deutschland.

Unser Leitbild

Rechtsstaatliche Fairness im Umgang mit allen Menschen.
 
Dieses Ziel verfolgen die RLCs in ganz Deutschland. Es hat uns als (Jura-)Studierende neben dem Studium morgens früher aufstehen und abends später zu Bett gehen lassen, um Vereine zu gründen, Schulungen zu organisieren und Beratungen anzubieten – für jene, deren Rechte bedroht sind. Bei denen es dem Rechtsstaat oftmals zu bequem erscheint, genau hinzusehen.
 
Als Zusammenschluss der RLCs messen wir uns daran:
 
  • Stärken wir die Arbeit und Projekte der RLCs effektiv?
  • Sind unsere Berater*innen zunehmend besser ausgebildet?
  • Können sie immer mehr Menschen helfen?
  • Verfügen die RLCs über die Unterstützung durch Unis, Anwaltschaft, Behörden und karitative Organisationen, die sie benötigen?
  • Sind sie angemessen bei überregionalen Entscheidungsträgern repräsentiert?
  • Können sie sich in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen?
  • Sind alle Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle, professionelle Arbeitsweise gegeben?
Gerade über den innovativen und lösungsorientierten Ansatz, für den die RLCs stehen, wollen wir unserem Anspruch und unserer Verantwortung gerecht werden, Zivilgesellschaft und Rechtsstaat mitzugestalten. Darum arbeiten wir hart daran, unsere pragmatische, auf den Grundwerten unserer Verfassung aufbauende Herangehensweise, dort einzubringen, wo der Rechtsstaat besonders herausgefordert wird.
 
Denn unsere Ausbildung im Recht entfaltet vor allem dann Nutzen für unsere Gesellschaft, wenn wir sie als Verantwortung begreifen und sie dort einsetzen, wo man sie dringend braucht. Es gibt im Leben mehr als gute Noten.
Kontakt:

Refugee Law Clinics Deutschland e.V.
info@rlc-deutschland.de

 

Spendenkonto:

Refugee Law Clinics
Deutschland e.V.
IBAN: DE49 4306 0967 1210 4835 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank Bochum

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